Blogbeitrag
21 | 02 | 2009
Die innere Stimme – Teil 1
Geschrieben von admin um 8:35 Uhr
Wie rede ich eigentlich mit mir?
Hast du dich schon dabei beobachtet, wie du vor oder während des Wettkampfes zu dir selbst sprichst? Wir reden oft mit uns selbst und sind uns dabei gar nicht bewusst, dass die Worte bei uns etwas bewirken:
„Was mache ich eigentlich hier? Wir sind doch noch gar nicht so weit…“
„Bei dem Wetter wird das nichts…“
„So ein Mist, nach dem Fehler wird das nichts mehr…“
„Das Gerät haben wir noch nie sauber geschafft…“
„Oh, die Verleitung dort nimmt der Hund zu gerne an…“
Was sagst du zu dir?
Welche Sätze sagst du häufig zu dir? Mache eine kurze Pause und schreibe fünf Sätze auf.
Und – merkst du etwas? Häufig ist die Art, in der wir mit uns sprechen, nicht sehr hilfreich. Da scheint ein innerer Kritiker in uns zu stecken, dem wir nichts Recht machen können, der immer etwas auszusetzen hat.
Alles vorprogrammiert
Und dann laufen bestimmte Reaktionen und Handlungen automatisch ab: der Hund macht den Fehler, den wir erwartet haben, du selbst zeigst falsch an usw.
Du hast mal wieder Recht gehabt: du warst noch nicht so weit, bei so einem Mistwetter konnte es nichts werden, das Gerät hat noch nie geklappt und war doch klar, dass der Hund die Verleitung nimmt!
Blöder Mann (Hund *g*) im Ohr! Wenn er doch bloß den Mund halten würde. Oder noch besser, wenn er doch konstruktiv, motivierend und zielorientiert zu uns sprechen würde!
Konstruktive Stimme
„Fantastisch, dass wir es hierher geschafft haben – wir haben es uns verdient!“
„Bei gutem Wetter kann das jede schaffen – so können wir zeigen, was in uns steckt.“
„Konzentration auf das nächste Gerät – geschafft!“
„Eine Herausforderung, den Hund an der Stelle sicher zu führen – ich freu mich drauf!“
Wenn wir so mit uns reden, haben wir eine völlig andere Körperhaltung als bei den negativen Sätzen. Damit kommt auch etwas ganz anderes beim Hund an: statt Unsicherheit und Resignation signalisieren wir höchste Konzentration und freudige Spannung.
Das hört sich ja alles toll an, aber wie kriegen wir nun unsere Stimme dazu, nicht mehr rumzumeckern, sondern konstruktiv mit uns zu sprechen?
Wo sitzt die Stimme?
Häufig verändert sich schon die Art des inneren Dialogs, wenn die Stimme an einem anderen Ort sitzt.
Spüre einmal dieser Stimme nach: von wo kommt sie eigentlich? Sitzt sie hinter oder neben dir? Auf der rechten oder linken Seite? Oder kommt sie von ganz woanders her?
Und jetzt lasse die Stimme probeweise von anderen Positionen aus mit dir sprechen. Was verändert sich mit dem Positionswechsel? Suche eine Stelle, an der dir die Stimme angenehm ist. Vielleicht hilft es, sie weiter von dir weg zu stellen?
Vielleicht hast du sogar ein Bild dieser inneren Stimme vor dir? Dann lass’ sie doch verrückte Sachen machen: einen Kopfstand, einen Purzelbaum oder was dir sonst noch einfällt…
Feintuning
Du kannst die Stimme auch positiv verändern, indem du an den „Regelungsknöpfen“ drehst. Stell dir vor, du hast ein Mischpult, mit der du die Qualität der Stimme variieren kannst:
- Lass sie ganz schnell laufen – jetzt hört sie sich vielleicht wie Mickey Maus an…
- Lass sie ganz langsam und schleppend laufen
- Unterlege die Stimme mit verschiedenen Musiken – Zirkusmusik, ein Reggae, vielleicht auch mit „We are the Champions…“
Probiere einfach aus, wie du die Stimme positiv verändern kannst.
Feedback
Ich freue mich sehr über Rückmeldungen zum Artikel. Vielleicht schreibt ihr mir, wie euch diese Übung geholfen hat?
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